13. Mai – 16. Juli 2023

 

Julika Rudelius – days of the bullies

 


Eröffnung: 12. Mai 2023, 19 Uhr


days of the bullies präsentiert eine Werkauswahl der letzten 20 Jahre der Videokünstlerin Julika Rudelius (*1968) und ist als thematische Retrospektive ihres künstlerischen Schaffens angelegt. Fokus liegt dabei auf der Darstellung menschlicher Psyche und dem jeweiligen Selbstverständnis in verschiedensten sozialen Situationen, sowie auf den Auswirkungen patriarchaler Strukturen auf unser gesamtes gesellschaftliches Handeln. Bereits Anfang der 2000er begann Rudelius die Denk- und Verhaltensmuster von oftmals männlichen Jugendlichen und Erwachsenen zu dokumentieren. Mal augenscheinlich intim, mal beinahe erschreckend ehrlich, teilen sie ihre Haltungen, Meinungen sowie sexuelle Fantasien und bestätigen die Betrachtenden in dem, was diese ohnehin von jenen vermuteten – eine Wechselwirkung von Fremd- und Selbstwahrnehmung, die ein Selbstverständnis formuliert und gleichzeitig ein Spiegelbild der Betrachtenden im Subjekt erzeugt.
Durch inszenierte Intimität, ungefilterte Meinungen und eine vermeintliche Wahrheit, scheinen bekannte Vorurteile eine Bühne zu bekommen. Allerdings geschieht dies um ihren gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Einfluss und ihre gefährliche Wirkmächtigkeit vorzuführen und gleichzeitig zu hintergehen.


So sehr die Protagonist:innen in Rudelius Werk zur Projektionsfläche unserer eigenen Ansichten, Einstellungen und Vorurteilen werden, sind sie auch zugleich nur ein Produkt dieser Ordnung. In der Entwicklung von Rudelius Arbeiten wird der Blick auf die von patriarchalen Ordnungen geprägten Strukturen intensiver, intimer und zu gleich allgemeiner. Gestik, Mimik und Sprache, die bestätigt und verängstigt, bekannt und doch befremdlich wirkt, was zugleich die Betrachtenden ermächtigt ihr Verhältnis zu sich und der Welt in einem größeren Kontext eines Systems zu sehen, in dem die Macht von despotischen Figuren und sogenannten bullies, sowie hierarchische Strukturen sichtbarer werden.
days of the bullies ist nicht nur als Werkschau, sondern auch als offener Diskussionsraum, angelegt. Gepaart mit Workshops und Vorträgen regt die Ausstellung zur Selbstreflektion und dem Austausch über die eigene Prägung sowie Denk- und Verhaltensmuster an.

 

Kuratiert von Johannes Kaufmann

 



13. Mai – 16. Juli 2023

 

Heribert Friedland

 

Eröffnung: 12. Mai 2023, 19 Uhr


Die Arbeiten des Esslinger Künstlers (geb. 1927 in Friedland, gest. 2015 in Esslingen a.N.) gelten als Meisterwerke der Aquarellmalerei. Miniaturhaft wachsen Landschaften und Stillleben aus Pigment und Wasser. Heribert Friedland stellte sich mittels Beschränkungen auf Format und Größe immer neuen Herausforderungen. Die Ausstellung wirft einen Blick auf das Spätwerk des Künstlers mit Leihgaben aus seinem Nachlass und schließt an die Präsentation seiner Arbeiten in der Villa Merkel im Jahr 2008 an.


Neben seiner Tätigkeit im Atelier prägte Heribert Friedland das künstlerische und kulturelle Leben der Stadt. Besonders sein Engagement für die Graphische Sammlung der Stadt Esslingen a.N. ist hervorzuheben, deren Bestand er in den 70er Jahren inventarisierte und somit ihre Bedeutung mitbegründete.