8. Mai – 17. Juli 2022

 

How (Not) to Fit In – Metaphern der Adoleszenz

 

James Gregory Atkinson, Trisha Baga, Bianca Baldi, Coven Berlin, Christa Joo Hyun D'Angelo, Ed Fornieles,
Harry Hachmeister, Aslı Özdemir, Phung-Tien Phan, Przemek Pyszczek, Yves Scherer, Britta Thie, Peter Wächtler und
Grace Weaver


Eröffnung: 7. Mai 2022, 18 Uhr


Adoleszenz wird gemeinhin in der Jugend verortet, doch bringt es unsere komplexe Gegenwart mit sich, dass ihre typischen Dynamiken – Aushandlungen zwischen Individuum und Gesellschaft, zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung oder zwischen Emanzipation und Integration – heute ein Leben lang andauern. Die rasante Konfrontation mit verschiedenen Rollen und die leichtfüßige Adaption an sich ständig wechselnde Erwartungen zeichnen nicht mehr nur „Lehr- und Wanderjahre“ aus, sondern sind zu normativen Anforderungen geworden, die uns alle immer wieder betreffen. Gleichwohl steht es bislang keineswegs allen gesellschaftlichen Gruppen gleichermaßen frei, über ihre Lebenswege zu bestimmen. Mediale Klischees und strukturelle Diskriminierungen sorgen dafür, dass vielen Menschen mit aufgezwungenen Rollenzuschreibungen und gläsernen Decken leben und kämpfen, oder stereotypen Erwartungshaltungen ausgesetzt sind.

Die Ausstellung How (Not) to Fit In – Metaphern der Adoleszenz versammelt künstlerische Beiträge, die intersektionale Perspektiven auf Jugendlichkeit, sowie auf Adoleszenz als Metapher, für gesellschaftliche Dynamiken eröffnen.


Außerdem werden gängige Medienerzählungen hinterfragt sowie Diskriminierungserfahrungen und ihre Überwindung thematisiert. Die künstlerische Auseinandersetzung mit der Befreiung aus einengenden Lebensentwürfen, der Überwindung von vorgezeichneten Wegen und die Zurückweisung von stereotypen Rollenbildern führen in der Ausstellung nicht in eine egozentrische Selbstbespiegelung. Vielmehr richtet sie den Blick auf gesellschaftliche Strukturen und die persönliche Auseinandersetzung mit ihnen. Durch die Vielfalt der künstlerischen Bezugnahmen werden Erfahrungen erlebbar, die auch jenseits von tradierten Erzählungen liegen, wodurch ein facettenreiches, kritisches und differenziertes Panorama von Aufwachsen, Pubertät und Jugendlichkeit entsteht.

 

Kurator: Benedikt Johannes Seerieder

 

 

Dank für die Unterstützung gilt der Baden-Württemberg Stiftung, der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen und der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia.