Der Esslinger Kunstverein zu Gast in der Villa Merkel: 

 

4. Dezember 2021 – 23. Januar 2022

 

"Warum denn in die Ferne ..." oder "In 18 Büchern um die Welt"

 

Mehr Informationen finden Sie auf der Seite des Esslinger Kunstvereins.

 

Für den Besuch der Ausstellung gilt ab dem 4. Dezember nach der aktuellen Corona-Verordnung des Landes die 2G+ Regel.

 

 


13. Februar 2022 – 18. April 2022

 

 

Freezing Point – Kunst unter Null Grad Celsius

 

Valentino Biagio Berndt und Marlon Lanziner, Marja Helander, Anastasia Mityukova, Carsten Nicolai, Emma Stibbon, Fridolin Walcher, Jun Yang und Weitere


Mit der Unterschreitung der Temperaturgrenze Null Grad Celsius wandelt sich Wasser vom flüssigen Zustand zu einer festen Form von Eis oder Schnee. Es handelt sich simpel um den Lauf der Natur. Dennoch ist gefrorenes Wasser in all seinen Facetten zugleich ein faszinierendes Phänomen mit dem Potential in den Bann zu ziehen. Seit Jahrhunderten haben Darstellungen von Eis und Schnee auch ihren festen Platz in der Bildenden Kunst. Die Gruppenausstellung soll zeitgenössische Positionen zum Thema versammeln.

 

Vom wissenschaftlichen Aggregatzustand zur romantischen Sehnsuchtslandschaft über Naturgewalt und Abenteuerexpedition bis zur Geschichte des Speiseeises entfaltet sich eine Bandbreite von Themen, die in den präsentierten Werken zur Verhandlung stehen. Allerdings erhält das Thema unter dem Aspekt des Klimawandels und der immer deutlicher werdenden Abhängigkeit der Welt vom schwindenden Eis an den Erdpolen, ein neues Gewicht.


Als Auftakt zur Gruppenausstellung wurde bereits am 24. November 2020 in einer ersten Aktion unter dem Titel „Das Eis der Kaisers von China“ im Merkelpark ein ein Kubikmeter großer Eisblock vergraben.

Der 1.000 Liter Eisblock wurde in einer Holzkiste verpackt und mit Stroh isoliert im Boden versenkt. Im Frühjahr 2021 ist der Eisblock im Rahmen eines Frühlingsfestes wieder ausgegraben worden. Die Ein- und Ausgrabung wurde mit einer Videodokumentation und Berichten auf den Social-Media Kanälen begleitet.

 

Es handelt sich um eine vom österreichisch-chinesischen Künstler Jun Yang initiierte Aktion. Sie geht von dem Mythos aus, dass Marco Polo von seinen Reisen nach China das Wissen um die Herstellung von Eis zum Verzehr und dessen Erhalt bis in den Sommer hinein nach Europa mitgebracht hat.

 

Kuratorin: Anka Wenzel


Fridolin Walcher, Bifertengletscher Glarner Alpen Schweiz, 2011Valentino Biagio Berndt & Marlon Lanziner, Neuproduktion, 2020Carsten Nicolai, snow noise, 2001

Seit Februar 2019

 

BELLE & APHRODITE

Augmented Reality

von Barbara Herold


In der App BELLE & APHRODITE für Smartphone oder Tablet wird eine begehbare audio-visuelle Metamorphose von virtuellen Pflanzen erfahrbar.

 

Die 3D-Pflanze BELLE erstreckt sich über den gesamten Merkelpark. Als interaktive Formenwolke führt sie die Besucher_innen anhand von Standort- und Bewegungsdaten zu einer virtuellen Rose in Zentrum des Parks.

APHRODITE ist für den Lichthof der Villa Merkel konzipiert. Die 3D-Installation entfaltet sich im wiederkehrenden audio-visuellen Loop zu einer Phalaenopsis, einer gängigen Orchideen-Zuchtpflanze. APHRODITE kann aus allen Perspektiven betrachtet werden und spielt mit der Erfahrung von Abstraktion, Größenverhältnissen, Nähe und Distanz in der Überlagerung von Simulationsraum und echtem Raum.


Barbara Herold (*1977) befasst sich mit der medialen Gestaltung von Realität. Sie untersucht Strukturen & Phänomene, die sich durch den Einfluss von Medientechnologie auf die Gesellschaft etabliert haben und entwickelt anhand gängiger Gestaltungspraktiken wie Computation und Algorithmen eigene Systeme. Ihre Arbeiten entstehen im Spannungsfeld von analoger und digitaler Technik.

 

BELLE & APHRODITE entstand im Auftrag der Villa Merkel als “Kunst im Freien 2018” für den Merkelpark der Stadt Esslingen. Konzept & Idee: Barbara Herold, Klangkomposition: Kim_Twiddle, Code: Frank Groh, Mastering/Concept für 3D-Audio Separation: Simon Kummer 

 

Download App BELLE - APHRODITE

App Store & Google Play Store


Barbara Herold BELLE & APHRODITE, Seit Februar 2019

Seit Mai 2014

 

Mobiler Garten

von Lois Weinberger


Der Mobile Garten des östereichischen Künstlers und Documenta-Teilnehmers Lois Weinberger ist vor dem Wintergarten der Villa Merkel eingerichtet und verbleibt dort auf längere Zeit. Er kontrastiert in seiner Wildheit den umgebenden Merkelpark, dessen gepflegte Anlage an englische Landschaftsgärten erinnert.

Ein geformtes Feld aus gelben, mit Substrat befüllten Kunststoffkübeln wird den freien Kräften der Natur überlassen. In spontaner Besiedlung greifen mit der Zeit Pionier- und Ruderalpflanzen Raum. Natur entfaltet sich entsprechend ihrer eigengesetzlichen Dynamik und in geradezu paradiesischer, da freier Weise. Ein Garten Eden hat sich etabliert. Mit den Jahren begann dieser natürliche Prozess einer Besiedlung umzuschlagen in eine Form des Vergehens:


Nach und nach bleichen die Kübel aus, zersetzen sich. Die Kunststoffpartikel vermengen sich mit dem Substrat und den Pflanzen und nach Dekaden sollten Niederschläge die Standfläche wohl wieder sauber gespült haben.

Der Garten ist eine essentielle Form der Auseinandersetzung mit Natur. Wir kennen Gartenanlagen, die auf Erträge zielen und gleichermaßen solche, die angelegt sind als Glück stiftende Orte der Kontemplation. Dem Paradies gegenüber stehen etwa der Nutzgarten, der barocke Lustgarten oder als eine Oase in der Stadt der Volksgarten – in Esslingen namentlich die Maille und der Merkelpark.


Lois Weinberger wässert den 'Mobilen Garten (2014)', Foto: Daniela WolfLois Weinberger, Mobiler Garten, 2014Lois Weinberger, Mobiler Garten, 2014 (Foto 2018)